Mitten im Odenwald bei Schönau, liegt ein ganz besonderer Ort: das Forsthaus Michelbuch. Seit 2015 bietet es jungen Menschen die Möglichkeit, Natur, Gemeinschaft und Glauben auf einzigartige Weise zu erleben. Wir haben mit einem der vier Bewohner des Hauses Göran Schmidt über die Entstehung, Herausforderungen und Visionen des Hauses und dem dazugehörigen Baumhauscamp gesprochen.
„Mein Name ist Göran Schmidt, ich bin 41 Jahre alt, Diakon und Mitleiter des Baumhauscamp“, beginnt er das Gespräch. Schmidt erklärte, dass die Idee, für ein Camp zum Baumhäuser bauen, ihm während seines Studiums in Freiburg kam. Ein prägendes Erlebnis mit einem Freund in der Schweiz war dafür der Auslöser. „Was mit kleinen Workshops begann, wurde schließlich zu einem großen, lebendigen Camp.“
Der Weg war nicht immer einfach. „Gleich am Anfang gab es schon große Herausforderungen mit der Verpflegung und der Wasserversorgung“, erinnert sich Schmidt. Auch der Standort wechselte mehrfach, von Langensteinbach über Schiltach bis zum heutigen Platz im Wald bei Michelbuch. „Aber wir haben für alles Lösungen gefunden.“

Stand jetzt gibt es im Sommer insgesamt drei Camps:
Zum einen das Baumhauskids Camp für Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren, das Baumhaus Camp ab 14 Jahren und ein 20 Jahre+ Camp. Bei diesen Camps wird eine Woche lang zusammen im Wald auf dem selbstgebauten Baumhaus gelebt.„Das Camp steht grundsätzlich allen offen“, betont Schmidt.
Göran Schmidt erzählte uns auch noch von seiner Arbeit am Forsthaus, welche sich grundsätzlich in drei Hauptbereiche gliedert: das Baumhauscamp selbst, das Forsthaus als Jugendgästehaus und verschiedene kirchliche Angebote. Momentan plant das Team zudem die Gründung eines Vereins, um die Jugendarbeit langfristig zu sichern. Die Finanzierung erfolgt dabei komplett über Spenden, Kirchensteuermittel fließen bewusst nicht mit ein. Eine große Unterstützung ist die Stiftung Schönau, die das Forsthaus Michelbuch kostenlos zur Verfügung stellt.

Laut der Website des CVJM Baumhauscamp e.V. bietet das Forsthaus Michelbuch Platz für Schulklassen, Familien und die verschiedensten Arten von Gruppen. Es verfügt über eine komplett ausgestattete Küche, einen Aufenthaltsraum, einen Andachtsraum und großzügige Außenflächen, mit Schafen, Hühnern und Katzen.
Das Forsthaus Michelbuch dient jedoch nicht nur als Veranstaltungsort, sondern bietet sogar auch die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Die FSJler leben ein Jahr im Forsthaus und sind aktiv in die Organisation und Durchführung von Projekten eingebunden. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Mitarbeit bei erlebnispädagogischen Programmen, die Betreuung von Gruppen und die Unterstützung bei praktischen Tätigkeiten rund um das Forsthaus.
Zusammen mit Göran Schmitt und dem zweiten Bewohner des Hauses Reinhard Hauser leben sie zusammen und bauen das Forsthaus immer mehr zu einem Ort voller Möglichkeiten und Erlebnissen zusammen, wobei auch oft die Teamer der Gemeinde aus dem Steinachtal helfen.
Das Forsthaus ist heute mehr als nur ein Ort, es ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie aus einer kleinen Idee ein Platz zum Aufblühen für viele entstehen kann.
Von Josefine Lang und Jana Schneider, Klasse 9b, Max Born Gymnasium Neckargemünd