Bericht: Jugendarbeit im Steinachtal im KBZ Neckar Bergstraße

Die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde im Steinachtal ist lebendig, vielfältig und wächst stetig. Aus Schönau, Heiligkreuzsteinach, Altneudorf, Wilhelmsfeld, Heddesbach und der Umgebung kommen jede Woche junge Menschen zusammen, um Gemeinschaft zu erleben, ihren Glauben zu entdecken und Verantwortung zu übernehmen.

Der Jugendkreis: Herzstück der Arbeit 


Ein zentraler Treffpunkt ist der Jugendkreis in der Hilsbachhalle. Jeden Freitag kommen dort etwa 15–20 Jugendliche zusammen. Die Abende werden von Linda Schwab und einem ehrenamtlichen Team gestaltet und wechseln zwischen „Jugendkreis“ und „Lounge“.

Der klassische Jugendkreis hat einen festen Ablauf mit Spielen, gemeinsamem Essen, Lobpreis, und einen Schwerpunkt auf thematischen Impulsen. In der Lounge steht dagegen die offene Gemeinschaft im Mittelpunkt: zusammen essen, reden, spielen und einfach Zeit miteinander verbringen. Eine kurze Andacht zur Tageslosung gehört aber auch hier dazu. Viele Jugendliche schätzen genau diese Mischung: gemeinsam Glauben leben und gleichzeitig eine offene, entspannte Gemeinschaft erleben, in die man gerne Freunde mitbringt.

„Also bei Lounge find ich richtig nice, dass es da einfach so entspannt ist und man von der Woche abschalten kann und ich lieb einfach die Gemeinschaft und die Gespräche die man da immer hat. Und beim Jugendkreis mag ich’s voll dass es so beides ist, dass man einfach chillen kann aber trotzdem noch was lernt, was man im Leben mitnehmen kann.“ — Caro, 15.

Konfi-Arbeit: Mehr als Unterricht

Die Konfi-Arbeit verbindet Pfarrer, Mitarbeitende und Konfirmanden. Einmal im Monat treffen sie sich samstags im Forsthaus zum gemeinsamen Konfi-Tag. Maßgeblich unterstützt wird die Arbeit dabei von Jugendlichen aus dem Jugendkreis, als Teamer, sowie den aktuellen und ehemaligen FSJlern des CVJM Baumhauscamp. Sie begleiten Kleingruppen, gestalten Programmpunkte mit und tragen entscheidend zur Atmosphäre der Konfi-Arbeit bei.

Besonders prägend sind die Konfi-Camps: Viermal im Jahr kommen dort verschiedene Konfi-Gruppen mit insgesamt rund 130 Jugendlichen zusammen, begleitet von Teamern und Pfarrern. Gemeinschaft, Workshops, Action und Glaubensimpulse gehören dabei genauso dazu wie viele persönliche Gespräche und gemeinsame Erlebnisse.

Das Forsthaus Michelbuch als geistliche Heimat

Am Forsthaus Michelbuch findet für viele Jugendliche weit mehr als nur Konfi-Unterricht statt. Das vom CVJM Baumhauscamp gepachtete Haus ist für viele zu einem festen Anlaufpunkt geworden; einem Ort, an dem Glauben, Gemeinschaft und persönliche Beziehungen wachsen können.

Viele Jugendliche bleiben deshalb auch nach der Konfi-Zeit mit dem Forsthaus verbunden. Oft entstehen über die Teamertätigkeit enge Freundschaften und neue Verantwortung, und es werden auch Freunde von außerhalb mitgebracht. Mit der Zeit hat sich so eine Gruppe entwickelt, die für viele Jugendlichen wie eine zweite Familie geworden ist.

Gezielt gefördert wird diese Gemeinschaft durch regelmäßige Forsthaus-Wochenenden und gemeinsame Aktionen. Jugendleiterin Linda Schwab, die aktuellen und ehemaligen FSJler sowie weitere Mitarbeitende gestalten diese Zeiten mit geistlichen Impulsen, Gesprächen und gemeinsamen Aktivitäten. Hier wird Glaube nicht nur thematisiert, sondern gemeinsam gelebt: Es wird gebetet, diskutiert, gelacht und gemeinsam nach Antworten gesucht.

Auch außerhalb der geplanten Wochenenden verbringen viele Jugendliche gerne Zeit am Forsthaus. Sie engagieren sich bei Baueinsätzen zur Instandhaltung und Erneuerung des Geländes, helfen bei Veranstaltungen mit oder gestalten die monatlichen Waldgottesdienste mit.

„Warum ich so gerne ins Forsthaus komme, ist einfach wegen der krassen Gemeinschaft, die da herrscht. Es ist wie eine zweite Familie geworden, das ist einfach schön und es macht immer sehr viel Spaß.“ — Jana, 16.

Neben dieser Gemeinschaft am Forsthaus gibt es viele weitere Möglichkeiten, sich in der Gemeinde einzubringen. Die Jungschar bietet älteren Jugendlichen die Chance, selbst Verantwortung als Mitarbeitende zu übernehmen und gleichzeitig jüngeren Kindern den Glauben nahe zubringen. Mit Geschichten, Spielen und Liedern entsteht auch hier ein Raum für Gemeinschaft und Glaubenserfahrungen.

Aus der Teamer-Gruppe heraus hat sich außerdem über die Jahre eine Lobpreisband entwickelt, die Gottesdienste musikalisch begleitet und regelmäßig bei Konfi-Samstagen und Freizeiten mitwirkt. Musik wird dabei für viele Jugendliche zu einem wichtigen Ausdruck ihres Glaubens und schafft gerade für Konfirmandinnen und Konfirmanden einen Anker in dieser spannenden Zeit durch ein wiederkehrendes, ausdrucksstarkes Element.

Zusammenarbeit und Vernetzung

Die Jugendarbeit im Steinachtal lebt von der engen Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden und CVJM-Gruppen der Region. Gemeinsam entstehen Projekte, Freizeiten, Gottesdienste und Aktionen, die Jugendliche über Gemeindegrenzen hinweg verbinden und neue Begegnungen ermöglichen.

Ein Beispiel dafür ist der gemeinsame „Konfi-Regionaltag“ mit den Kirchengemeinden aus Schriesheim, Altenbach und Dossenheim. Rund 100 Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie etwa 40 Mitarbeitende kamen dafür am Forsthaus in Michelbuch zusammen, um einen gemeinsamen Konfi-Samstag zu erleben.
Auch mit dem CVJM Meckesheim und dem CVJM Baumhauscamp besteht eine enge und 
regelmäßige Zusammenarbeit.

Aus dieser Zusammenarbeit sind auch die Jugendgottesdienste „ON FIRE“ entstanden. Diese werden überwiegend von Jugendlichen selbst gestaltet, besonders von denen, die zuvor an der Wohnwoche und den „TrueStory“-Abenden teilgenommen haben.

Der erste „ON FIRE“-Gottesdienst fand am 8. Mai 2026 unter dem Thema „Catching Fire – Brennen für etwas Großes“ statt. Ein zentrales Element ist dabei das sogenannte Dialogprinzip: Eine Bibelstelle wird gemeinsam gelesen, Fragen werden zunächst in Kleingruppen gesammelt und anschließend der predigenden Person gestellt. So entsteht kein klassischer Frontalgottesdienst, sondern ein offener Austausch, der sich an den Fragen der Jugendlichen orientiert. Häufig übernehmen Jugendliche selbst die Predigt und werden dabei von Hauptamtlichen begleitet.

Wohnwoche und „TrueStory“ 


Ein wichtiger Ausgangspunkt für „ON FIRE“ war die gemeinsame Wohnwoche mit dem CVJM Meckesheim Anfang März. Jugendliche aus beiden Gemeinden lebten dabei eine Woche lang gemeinsam im Gemeindehaus des CVJM, mitten im Schulalltag.

Parallel dazu fanden an den Abenden „TrueStory“-Programm statt. Dort wurden zentrale Themen rund um Glauben, Bibel und Wissenschaft kreativ und offen aufgegriffen, mit Musik, Impulsen und viel Raum für persönliche Fragen. Im Mittelpunkt stand auch hier das Dialogprinzip, das später in „ON FIRE“ weitergeführt wurde. Die Abende wurden reichlich besucht und von vielen Jugendlichen als besonders intensiv und bereichernd erlebt. Ein Teilnehmer beschreibt es so:

„TrueStory und die Wohnwoche fand ich richtig nice … und es ist klar, dass man am Abend gleich eine echt geile Aktion macht.“

Auch einzelne Bilder und Impulse blieben nachhaltig im Gedächtnis. Besonders eindrücklich war ein Abend, an dem aus einem gefalteten Papierschiff erst ein Hemd am Ende ein Kreuz entstand, als Symbol dafür, dass Jesus „sein letztes Hemd“ für die Menschen gibt. Ein Jugendlicher erinnert sich:

„Aber auch die eine Predigt mit dem Hemd … und dann das Kreuz. Das war auch sehr krass.“ — Christian, 16.

Baumhauscamp & Kids Camp

Die Freizeiten des CVJM Baumhauscamp sind ein wichtiger Bestandteil der überregionalen Jugendarbeit. Sie verbinden Natur, Abenteuer und Glauben auf besondere Weise: gemeinsam bauen, draußen leben, Geschichten hören und den Glauben neu entdecken.

Für viele Kinder und Jugendliche sind diese Tage eine intensive Zeit, in der neue Freundschaften entstehen und der Glaube ganz praktisch und greifbar wird. Besonders anschaulich ist dabei auch der Übergang vom Teilnehmenden zum Mitarbeitenden: Viele der heutigen Teamer sind selbst früher als Teilis bei den Camps dabei gewesen und engagieren sich nun in der Mitarbeit.

„Ich finde es so bewundernswert, wie viel Selbstwirksamkeit die Jugendlichen auf diesen Camps erfahren, […] und zu sehen, wie stolz sie die Teile präsentieren, an denen sie selbst mitgebaut haben“ — Linda, 24.

Schulung und Qualität

Damit Jugendarbeit gelingt, werden dieJugendlichen und Mitarbeitenden regelmäßig geschult und begleitet. Dazu gehören die Jugendleiter-Ausbildung (Juleica), die Alle-Achtung-Schulung, Teamertage und Workshops sowie Schulungen zu pädagogischen und geistlichen Themen. Auch die Wortwerkstatt, ein spezieller Workshop zum Schreiben und Gestalten von Predigten, ist Teil dieses Angebots und sieben unserer Jugendlichen haben daran teilgenommen.

Die Schulungen vermitteln Sicherheit, neue Ideen und wichtige Grundlagen für die Mitarbeit. Die positiven Erfahrungen motivieren viele Jugendliche außerdem dazu, selbst Verantwortung zu übernehmen und das, was sie erlebt haben, an andere weiterzugeben.

Ausblick

Die Jugendarbeit im Steinachtal entwickelt sich stetig weiter und auch für die kommenden Monate sind viele Aktionen geplant. Ein ganz besonderes Highlight ist jedes Jahr der Badentreff des CVJM Baden in Karlsdorf-
Neuthard. Dort verbringen bis zu 1000 junge Christinnen und Christen ein gemeinsames 
Wochenende voller Gemeinschaft, Musik, Glauben und Begegnungen.

„Besonders bewegend fand ich die Gemeinschaft und das Gefühl, so stark verbunden zu sein mit so vielen Leuten, die den gleichen Glauben teilen.“ — Quentin, 15.

Neben der Sommerfreizeit an der spanischen Mittelmeerküste, geleitet von 
Bezirksjugendreferentin Ann-Christin Hohaus, engagieren sich zahlreiche Jugendliche in den Sommerferien beim CVJM und anderen christlichen Organisationen.

Auch das Baumhauscamp und die BaumhausKids-Freizeit stehen wieder bevor und bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Gemeinschaft, Abenteuer und Glauben zu erleben. Einige Jugendliche werden sich außerdem erneut bei der Campingkirche engagieren; einem Projekt, das auf Campingplätzen in Baden christliche Werte vermittelt und Begegnungen ermöglicht.Und schon vor den Sommerferien startet zudem die neue Konfi-Zeit mit neuen Gruppen und weiteren Konfi-Freizeiten.

Einladung an die Gemeinde

Jugendarbeit lebt von Unterstützung, auf ganz unterschiedlichen Ebenen: durch Gebet, durch finanzielle Hilfe, durch praktische Mitarbeit oder einfach durch Interesse und wertschätzende Begleitung. Wer sich einbringen möchte oder Fragen hat, ist herzlich eingeladen, sich bei Linda Schwab zu melden. Jede Form der Unterstützung trägt dazu bei, dass junge Menschen im Steinachtal Glauben und Gemeinschaft erleben können.

Kontakt: Linda.Schwab@kbz.ekiba.de

Die Jugendarbeit im Steinachtal zeigt: Kirche lebt dort, wo Menschen in andere Menschen investieren und junge Menschen Raum bekommen, ihren Glauben und ihre Gemeinschaft zu entdecken. Dafür gilt allen, die diese Arbeit ermöglichen und mittragen, ein herzliches Dankeschön.

„Jugendarbeit hat mich, in dem Sinn, krass geprägt und mega den Einfluss auf mein Leben gehabt und ich hab es voll genossen, da so aufgenommen worden zu sein. Einfach ich selbst sein zu können und ein Zuhause gefunden zu haben.“ —Clemens, 16.

(Text von: Linda Schwab, Clemens John und Emilia Buch)